Welche Sozietät passt zu mir? Entspricht mein Profil den Anforderungen – und vor allem: wo gibt es freie Stellen? Das sind zentrale Fragen, die Besucher von Bewerber und Jobmessen umtreibt.Wer in Großkanzleien anfangen will, wird sie sich ernsthaft nur dann stellen können, wenn neun oder mehr Punkte unter dem Examen stehen – Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Nur jeder Sechste der rund 10.000 Volljuristen,die pro Jahr auf den Arbeitsmarkt drängen, aber zählt zu den Top-Absolventen, um die sich namhafte Sozietäten reißen. Zu wenig, um den Bedarf zu decken, und so tobt ein „war for talents“, bei dem es auch für die Kanzleien gilt, sich frühzeitig zu positionieren. Es wird gerangelt, charmiert und umworben. „Seit einigen Jahren können wir eine klare Professionalisierung des Personalmarketings von Großkanzleien erkennen", bestätigt Gesa Bartels vom Berliner Trendence Institut für Personalmarketing. Eine Folge von Fusionen und Liberalisierung der 1990er Jahre sei, dass „ehemals fremde Felder wie Marketing, Außenwirkung und Kommunikation mit beeindruckender Schnelligkeit erfolgreich strukturiert und den Zielgruppen angepasst wurden.“